Wird dein Unternehmen in ChatGPT gefunden?

Was KI-Suche heute über deine Sichtbarkeit verrät und welche Grundlagen Unternehmen dafür schaffen können.

Titelbild: Wird dein Unternehmen in ChatGPT gefunden?

Immer mehr Menschen suchen Informationen nicht mehr ausschliesslich über klassische Suchmaschinen. Sie stellen ihre Fragen direkt an KI-Systeme wie ChatGPT. Statt «Webagentur Zürich» zu googeln, könnte die Frage beispielsweise lauten: Welche Webagentur in Zürich eignet sich für ein KMU? Oder: Welche Treuhandfirma in meiner Region bietet Unterstützung für kleine Unternehmen?

Damit verändert sich die Art, wie Unternehmen online gefunden werden können. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Versteht das Internet eigentlich klar genug, wer dein Unternehmen ist und was du anbietest?

Wie findet ChatGPT Informationen über Unternehmen?

ChatGPT ist kein klassisches Branchenverzeichnis und auch keine normale Suchmaschine. Je nach verwendeter Funktion und verfügbarer Informationsquelle können Antworten auf bereits vorhandenem Wissen oder auf aktuellen Informationen aus dem Web basieren. Für Unternehmen bedeutet das: Eine klare und öffentlich zugängliche digitale Präsenz wird zunehmend wichtiger.

Wenn auf deiner Website nicht eindeutig erkennbar ist, welche Leistungen du anbietest, wo dein Unternehmen tätig ist oder wie deine Firma heisst, wird es auch für digitale Systeme schwieriger, dein Unternehmen richtig einzuordnen. Das betrifft nicht nur ChatGPT. Auch Suchmaschinen und andere KI-basierte Suchsysteme versuchen, Informationen über Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen möglichst eindeutig zu verstehen.

Eine klare Website wird wichtiger

Viele Unternehmenswebsites wurden hauptsächlich mit Menschen im Hinterkopf erstellt. Das ist natürlich weiterhin richtig. Die Inhalte sollten jedoch gleichzeitig so strukturiert sein, dass Maschinen verstehen können, worum es geht.

Ein Beispiel: Eine Überschrift wie «Wir machen den Unterschied» klingt vielleicht interessant. Sie erklärt aber nicht, was das Unternehmen tatsächlich macht. «Elektroinstallationen für Unternehmen und Privatkunden in Zürich» liefert wesentlich mehr Kontext.

Das bedeutet nicht, dass jede Überschrift langweilig oder rein funktional sein muss. Es bedeutet lediglich, dass wichtige Informationen irgendwo klar und verständlich vorhanden sein sollten.

Weiss deine Website eindeutig, wer du bist?

Das klingt selbstverständlich, ist es aber erstaunlich oft nicht. Auf einer guten Unternehmenswebsite sollten zentrale Informationen konsistent vorhanden sein: Firmenname, Standort, Kontaktinformationen, Leistungen und gegebenenfalls die Regionen, in denen das Unternehmen tätig ist.

Wenn unterschiedliche Firmennamen verwendet werden, alte Adressen online bleiben oder Leistungen nur sehr oberflächlich beschrieben sind, entsteht ein uneinheitliches Bild. Menschen können solche Zusammenhänge teilweise intuitiv verstehen. Maschinen sind stärker auf klare Informationen angewiesen.

Strukturierte Daten können zusätzliche Hinweise liefern

Neben sichtbaren Inhalten gibt es technische Möglichkeiten, Informationen über eine Website strukturierter bereitzustellen. Dazu gehören sogenannte strukturierte Daten. Damit können beispielsweise Informationen über ein Unternehmen, seine Website oder bestimmte Inhalte maschinenlesbar ausgezeichnet werden.

Strukturierte Daten sind kein Schalter, mit dem ein Unternehmen automatisch in ChatGPT erscheint. Sie können Suchmaschinen und anderen Systemen aber helfen, bestimmte Informationen besser einzuordnen. Wichtig ist deshalb, keine falschen Erwartungen zu haben. Es gibt keine seriöse Optimierung, die garantieren kann: Nach dieser Änderung empfiehlt ChatGPT dein Unternehmen.

Gute Inhalte bleiben entscheidend

Wer online sichtbar sein möchte, braucht Informationen, die tatsächlich hilfreich sind. Nehmen wir ein Sanitärunternehmen. Eine Website mit einer Startseite und drei Sätzen über Qualität und Zuverlässigkeit liefert nur wenig Kontext.

Eine Website mit klar beschriebenen Dienstleistungen, Einsatzgebieten, Standortinformationen und Antworten auf häufige Kundenfragen enthält wesentlich mehr relevante Informationen. Das hilft Besuchern. Und gleichzeitig entsteht ein klareres digitales Bild des Unternehmens.

Was ist mit klassischem SEO?

SEO verschwindet durch KI-Suche nicht. Viele Grundlagen werden sogar noch wichtiger. Technisch saubere Websites, verständliche Seitenstrukturen, relevante Inhalte, klare Überschriften und eine konsistente Unternehmenspräsenz helfen weiterhin dabei, Informationen auffindbar und verständlich zu machen.

Der Unterschied liegt zunehmend darin, dass Menschen Informationen nicht nur über eine Liste von Suchergebnissen entdecken. Eine KI kann Informationen verschiedener Quellen zusammenfassen und daraus direkt eine Antwort formulieren. Damit verschiebt sich ein Teil der Aufmerksamkeit von der Frage «Auf welcher Position stehen wir?» hin zu «Wird unser Unternehmen überhaupt als relevante Quelle oder mögliche Antwort verstanden?»

Kann man testen, ob ein Unternehmen gefunden wird?

Ja – zumindest teilweise. Du kannst beispielsweise unterschiedliche Fragen zu deiner Branche, deinem Standort und deinem Unternehmen stellen. Dabei solltest du nicht nur deinen Firmennamen eingeben. Interessanter sind Fragen, die ein potenzieller Kunde tatsächlich stellen würde.

Zum Beispiel: Welche Unternehmen bieten [Dienstleistung] in [Region] an? Wer kann mir bei [Problem] in [Region] helfen? Welche Anbieter gibt es für [Leistung]? Die Ergebnisse können variieren und sollten nicht als dauerhaftes Ranking verstanden werden. Sie können aber einen Eindruck davon geben, wie sichtbar und eindeutig die digitale Präsenz deines Unternehmens ist.

Unternehmensinformationen sollten konsistent sein

Die Website ist dabei nur ein Teil des Gesamtbildes. Auch andere öffentlich verfügbare Quellen können relevant sein. Deshalb sollten zentrale Unternehmensinformationen möglichst konsistent sein. Wenn beispielsweise auf der Website eine neue Adresse steht, während andere Profile noch die alte Adresse anzeigen, sollte das korrigiert werden.

Eine konsistente digitale Präsenz erleichtert nicht nur Maschinen die Zuordnung. Sie verhindert auch Verwirrung bei Kunden.

KI-Sichtbarkeit beginnt nicht mit einem Trick

Wie bei SEO entstehen auch rund um KI-Suche schnell neue Versprechen und Abkürzungen. Unternehmen sollten vorsichtig sein, wenn ihnen garantierte Platzierungen in KI-Antworten verkauft werden.

Die sinnvollere Strategie ist langfristig: Baue eine technisch saubere Website auf. Erkläre klar, was dein Unternehmen anbietet. Veröffentliche hilfreiche Inhalte. Halte Unternehmensinformationen aktuell. Sorge dafür, dass dein Unternehmen online eindeutig identifizierbar ist. Damit schaffst du eine Grundlage, die sowohl für klassische Suchmaschinen als auch für neue Formen der Suche sinnvoll ist.

Fazit

Menschen suchen anders als noch vor wenigen Jahren. Google bleibt wichtig, aber KI-Systeme wie ChatGPT schaffen einen zusätzlichen Weg, Informationen und Unternehmen zu entdecken. Für KMU bedeutet das nicht, dass jetzt alles neu gemacht werden muss.

Viele der wichtigsten Grundlagen bleiben dieselben: klare Inhalte, saubere Technik, eine verständliche Struktur und konsistente Unternehmensinformationen. Der entscheidende Unterschied ist, dass deine Website zukünftig nicht nur Menschen überzeugen, sondern auch digitalen Systemen eindeutig vermitteln sollte, wer dein Unternehmen ist, was es anbietet und für wen das Angebot relevant ist.

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